In der bunten Kiste finden sich Schrott und Perlen
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29. Okt. 2008

Von Franken 07 zu Euro 08
Tages-Anzeiger
9. Nov. 2007

Die Wahl, die Welt und der Wald
Tages-Anzeiger
19. Okt. 2007

Geheime Putsch-Demokratie
Tages-Anzeiger
5. Okt. 2007

Homöopathische Komplementärpolitik
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21. Sept. 2007

Privatisierte Sicherheit
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22. Juni 2007

Apostology International
Tages-Anzeiger
15. Juni 2007 

Pointierte Geschlossenheit
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27. April 2007

Klimaneutrales Bürgertum
Tages-Anzeiger
23. März 2007

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Apostology International

Tages-Anzeiger, 15. Juni 2007

Trotz aller Rückschläge gibt es sehr wohl Hoffnung und positive Entwicklungen im interreligiösen Dialog. Und wie so oft, sind es nicht weiche Liberale, sondern Hardliner, die eine wirkliche Friedenslösung möglich machen – siehe Ian Paisley in Nordirland. Siehe aber auch unseren einheimischen kleinen Paisley: Ulrich Schlüer. Gerüchten zufolge soll gerade er, der Kreuzritter aus Flaach, die Hand Richtung muslimische Gruppierungen im Irak ausgestreckt haben. Er habe (alias Ul-Riq Shlu-ar) zwecks Gedanken- und Erfahrungsaustausch Kontakt zu jenen Sunniten gesucht, die vor wenigen Tagen in der Goldenen Moschee zu Samarra die Minarette gesprengt haben.

Es brauchte erst eine saftige Mohammed-Beleidigung durch den Glaubenshardliner und heutigen Papst Benedikt XVI., bevor er versöhnlich in der Türkei eine Moschee besuchte. Die Patriarchen der beiden grossen autoritären Religionen scheinen zu spüren, dass sie im Kampf gegen die Aufklärung viele Gemeinsamkeiten haben. Etwa in der Abtreibungsfrage. Hier ortet Kardinal Martino, Chef des päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, den Feind nicht unter alten bärtigen Mullahs, sondern bei Amnesty International, zu deren Boykott er aufruft.

Die Menschenrechtsorganisation ist als Konkurrenz möglicherweise eine Dornenkrone im Auge des Vatikans, weil sie genau das tut, was Aufgabe einer Kirche wäre. Unter anderem spricht sie sich für das Abtreibungsrecht vergewaltigter Frauen aus.

Natürlich könnte man jetzt erneut das konservative Frauenbild der Kirche geisseln, das ausser dem „Osservatore Romano“ nur noch die „Weltwoche“ vertritt, aber das wäre zu kurz gegriffen. Denn der Vatikan zieht einer pränatalen Abtreibung lediglich die postnatale vor – schliesslich nimmt er in Kauf, dass jährlich 68'000 Frauen infolge illegalen Schwangerschaftsabbruchs sterben. Dies bedeutet einfach eine zeitliche Verlagerung der „Kultur des Todes“ (Johannes Paul II.). Hinzu kommt noch ein Hintergedanke: Man will vermutlich jedes Pannenrisiko bei einer möglichen Wiederkunft Christi vermeiden. Denn wer weiss, auf welche Weise der nachgewiesenermassen zornige Gott erneut einen Messias hernieder schickt.

Als Folge neuster Geschichtsforschung erscheinen die zuweilen unverständlichen Entscheide des Heiligen Stuhls sowieso in einem andern Licht. Gemäss Presseberichten (TA vom 13.6.07) arbeitete das US-Pentagon an der Entwicklung einer sogenannten Schwulenbombe, d.h. einer nichttödlichen Waffe, die feindliche Soldaten in liebestolle Wesen verwandelt. Was die Tagi-Rechercheure nicht wussten: die Waffe wurde zu Testzwecken statt über einem polynesischen Atoll versehentlich über einem mittelitalienischen Kirchenstaat abgeworfen. Seither wird dort ausschliesslich Liebe praktiziert, und die Bewohner trippeln in buntverzierten Frauengewändern durch schwülstige Intérieurs. Dass sich da in der Frage der menschlichen Fortpflanzung einige Missverständnisse einschleichen, ist also nachvollziehbar.

Nachtrag: Ich verurteile selbstverständlich Bombenattentate. Aber ein Anschlag mit einer ganz und gar friedlichen Schwulenautobombe aufs Albisgüetli würde sicher die Minarettverkrampfung von Ulrich Schlüer auf amüsante Weise entschärfen.